Silvesterurlaub 2011 in Barcelona

Silvesterurlaub 2011 in Barcelona

Irgendwie hatte ich in diesem Jahr keine Lust auf die übliche Silvesterfeier und das Wetter in Deutschland und wollte lieber noch etwas Sonne tanken und den Jahreswechsel bei angenehmeren Temperaturen verbringen. Zunächst konnte ich mich nicht zwischen Marokko, Lissabon und Barcelona entscheiden. Aber da ich Barcelona noch nicht kannte, habe ich mich im November dann kurzfristig für einen Kurzurlaub in Barcelona entschieden.

Weil ich so spät gebucht hatte, waren allerdings alle Direktflüge ausgebucht und so “durfte” ich auf dem Hinflug in München und auf dem Rückflug in Frankfurt umsteigen (inkl. jeweils etwa 3 Stunden Wartezeit).

1. Tag

Der Wecker klingelte mitten in der Nacht und dann ging es erst mal zum Flughafen in Düsseldorf. Die Maschine ging bereits um 7 Uhr, aber so war ich dann trotz des Umsteigens in München gegen 14 Uhr in Barcelona. Dort wurden wir auch schon erwartet und mit dem Bus zum Hotel Barcelona Center gebracht. Das Hotel liegt etwa abseits vom Zentrum im Stadtteil Eixample. Aber bis zur Rambla de Catalunya und zur Metro waren es nur ein paar Minuten zu Fuß. Das Hotelzimmer ist zwar nicht sehr groß, aber die Einrichtung ist recht neu und es ist alles sehr sauber. Sehr gut fand ich auch, dass es im Hotel ein freies WLAN gab, das sogar mit WPA2 geschützt ist. Den Key zur Anmeldung gab es ohne danach fragen zu müssen direkt bei der Anmeldung.

Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt hatte, musste ich erst mal einen kleinen Spaziergang machen, um die Müdigkeit aus den Knochen zu bekommen. Das Wetter war schön und sonnig. Allerdings recht kalt und ziemlich windig. Folgen des Tramontana-Windes der auch am zweiten Tag noch ziemlich stark blies.

Passeig de Gràcia - Casa Batlló

Passeig de Gràcia - Casa Batlló

Um halb fünf trafen wir uns dann mit der Reisegruppe und unserem Reiseleiter, den ich schon von meinem La Palma-Urlaub kannte. Anschließend ging es auf einen gut zweistündigen Spaziergang. Zunächst ging es entlang der Prachstrasse Passeig de Gràcia, an der sich zwei von Gaudi gestaltete Häuser befinden (Casa Mila und Casa Battló) in Richtung Placa de Catalunya.

Von dort ging es weiter in die Altstadt, das Barri Gòtic, in Richtung Kathedrale und von dort wieder zurück zum Hotel.

Die Altstadt mit ihren teilweise engen Gassen und Plätzen ist wirklich sehr nett. Es gibt viele kleine Geschäfte und auch Restaurants.

Um 20 Uhr ging es dann zum gemeinsamen Essen in ein Spezialitätenrestaurant. Der Raum, in dem wir saßen, war allerdings nicht so toll und hatte die Atmosphäre eines Besprechungraums. Das Essen selber war recht unterschiedlich. Typisch spanisch gab es erst einmal mehrere kleine Vorspeisen. Manche davon sehr gut, andere geschmacklich eher neutral. Die Hauptspeise, Rinderfilet, war recht gut. Als Nachtisch gab es “natürlich” Crema Catalana. Die war nicht schlecht, aber es geht besser.

2. Tag

Olympiastadion

Olympiastadion

Am zweiten Tag ging es zunächst auf den Montjuic. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Stadt (inkl. Sagrada Familia und Placa de Espana). Auf dem Berg befinden sich auch einige Sportstätten der Olympischen Spiele von 1992. Wir machten einen kurzen Spaziergang über das Gelände und schauten auch kurz in das Olympiastadion, in dem der Fußballverein Espanyol Barcelona seine Heimspiele austrägt. Es ist wirklich ein schönes Gelände mit einer tollen Lage mit Blick auf das Meer und auf die Stadt.

Anschließend ging es in das Picasso-Museum, wo wir einen eigenen Führer haben. Das Museum ist wirklich sehr interessant, da hier Bilder aus dem gesamten künstlerischen Lebens Picassos ausgestellt sind. Durch die chronologische Reihenfolge lässt sich seine Entwicklung wirklich hervorragend nachvollziehen und man lernt eine ganz andere Seite des Malers kennen. Wirklich faszinierend ist die Vielfalt der unterschiedlichen Stile, in denen er gemalt hat. Nicht nur die abstrakten Bilder, die man i.d.R. mit ihm verbindet. Sehr schön auch die Bilder, die er bereits in jungen Jahren mit 15/16 Jahren gemalt hat.

Sagrada Familia

Sagrada Familia

Danach ging es weiter in Richtung Sagrada Familia. An der Kirche wird bereits seit 130 Jahren gebaut und der Bau finanziert sich vollständig durch Spenden. Mittlerweile sind immerhin die Kirchenschiffe geschlossen und die Kirche wurde 2010 geweiht. Man geht davon aus, dass die Fertigstellung noch ein paar Jahrzehnte dauern wird und es muss insbesondere noch der Hauptturm, der einmal eine Höhe von 170 m haben soll, gebaut werden.

Vor der Besichtigung war aber erst mal eine Mittagspause angesagt. Es gibt in der Umgebung der Sagrada Familia einige Restaurants (auch welche der diversen Fast Food-Ketten), aber wie nicht anders zu erwarten sind die Preise ziemlich überteuert und man muss schon aufpassen nicht über das Ohr gehauen zu werden.

Nach der Mittagspause sahen wir uns dann die Kirche von außen und innen genauer an. Die Hauptfassade mit ihren vielen Darstellungen und Verschnörkelungen, die so typisch für Antoní Gaudi sind, sind schon faszinierend. Im Inneren erschlagen einen die vielen Säulen und die Höhe des Innenraums. Sehr schön sind die bereits fertiggestellten bunten Kirchenfenster.

Zum Abendessen gingen wir zu zweit in einem Restaurant (Palmera) in der Nähe des Hotels (eine Empfehlung des Reiseleiters). Als wir um halb neun dort eintrafen, waren wir die einzigen Gäste. Um halb zehn wurde es dann aber schlagartig rappelvoll. Das Restaurant ist eher klein, aber sehr atmosphärisch dekoriert. Die Speisekarte ist klein und das Essen war sehr lecker. Insbesondere der Jabugo-Schinken, den ich als Vorspeise hatte. Zum Nachtisch musste es natürlich noch einmal eine Crema Catalana sein und die war wirklich hervorragend. Auch der rote Hauswein war sehr gut und die Flasche kostete gerade einmal 8 €.

3. Tag (Silvester)

An diesem Tag hätten wir mit der Gruppe einen Ausflug in die Umgebung von Barcelona und zum Dali-Museum machen können, aber ich wollte lieber noch etwas mehr von der Stadt sehen und so ersparte ich mir den Ausflug (was wohl auch die bessere Entscheidung war).

Zum Glück hatte der Tramontana nachgelassen und es wurde ein sonniger und richtig warmer Tag. Mit der Metro bin ich dann erst einmal Richtung Parc Güell gefahren. Von der Metro-Station waren es dann noch ein paar Minuten zu Fuß. Der Weg zum nächsten Parkeingang war allerdings etwas beschwerlich. Man muss einige Höhenmeter überwinden und die Rolltreppen waren leider außer Betrieb. Also war Treppen steigen angesagt.

Parc Güell - Forumsplatz

Parc Güell - Forumsplatz

Der Park wurde ebenfalls von Antoní Gaudi gestaltet und man findet dort auch überall die für ihn typischen Bauwerke. Im Zentrum des Parks befindet sich ein großer Terassenplatz, der von einer wellenförmigen Sitzbank mit Keramikmosaiken umgeben ist.

Auf dem Platz sowie in der Halle und auf Treppe unterhalb des Platzes befanden sich die meisten Besucher. Es war jedenfalls ganz schön voll. Der Park ist absolut sehenswert und ein Muss bei einem Barcelona-Besuch. Ich hätte dort auch noch mehr Zeit verbringen können. Schön fand ich auch, dass einige Straßenmusiker im Park spielten. An fast jeder Ecke gab es einen anderen Musikstil (Blues, Folk, …) zu hören.

Anschließend wollte ich dann auf den Berg Tibidado. Auf den Berg fährt eine Standseilbahn und um zur Talstation zu kommen kann man eine alte Tram (die Tramvia Blau nehmen). Allerdings standen an der Haltstelle so viele Leute, das ich dann doch den Fußweg nahm. Der war auch sehr nett, da sich am Weg mehrere Villen befinden, die teilweise wie Schlösschen aussehen oder mit Wandmalereien verziert sind.

Als ich an der Talstation ankam, musste ich leider feststellen, dass die Standseilbahn am 31.12. nicht fährt. Also machte ich es mir auf der Terrasse der Bar dort bequem und genoss mein letztes Mittagessen des Jahres bei herrlichem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen.

Zurück ging es dann ebenfalls wieder zu Fuß und dann mit der S-Bahn wieder Richtung Hotel.

Am Abend war dann das Silvesterdinner im Hotel angesagt. Zunächst gab noch im Stehe diverse Kleinigkeiten und dann folgten noch mehrere Gänge. Auch dieses Mal fand ich den Geschmack und die Qualität wieder höchst unterschiedlich. Aber der Cava und die Weine, die es zum Essen gab, waren dafür hervorragend (auch wenn ich eigentlich kein Rioja-Fan bin). Das Dinner begann (wie in Spanien üblich) erst gegen 21 Uhr und dauerte dann fast bis Mitternacht.

Netterweise stattete uns das Hotel auch mit den in Spanien an Silvester obligatorischen 12 Weintrauben aus. Es ist Brauch, dass man um Mitternacht bei jedem Glockenschlag eine Weintraube isst und sich dabei etwas wünscht. Es ist allerdings gar nicht so einfach bei jedem Glockenschlag rechtzeitig eine zu essen.

Ein Feuerwerk oder Böller wie in Deutschland üblich gab es nicht. Man hörte ein paar vereinzelte Böller aber sonst nichts weiter. Feuerwerk ist in Spanien eher üblich an den diversen Kirchweihfesten.

Letzter Tag

Da mein Flug schon mittags ging, war keine Zeit mehr für weitere Besichtigungen. Aber wenigstens konnte ich ausschlafen und um 10 Uhr wurden wir dann zum Flughafen gebracht. Dort war es allerdings etwas chaotisch. Die Lufthansa verzichtet in Barcelona komplett auf Check-In Counter. Wer nicht vorher Online eingecheckt hat, muss dies dann am Flughafen an den (zu wenigen) aufgestellten Automaten tun und dann das Gepäck an den “Drop-In” Schaltern abgeben.

Alles in allem war es ein schöner Kurzurlaub und mal wieder eine andere Art Silvester zu feiern. Barcelona ist eine interessante Stadt und ich kann mir durchaus vorstellen zu einer anderen Jahreszeit, wenn man auch mal an den Strand und ins Meer kann, noch einmal hinzufahren.

Etwas schwer tue ich mich aber immer noch mit dem spanischen Essen. Ich liebe zwar spanischen Schinken und auch die diversen Süßspeisen, aber bei vielen anderen Gerichten vermisse ich irgendwie den richtigen Geschmack.

Mehr Fotos gibt es im Album Barcelona 2011/2012.