Wanderstudienreise auf La Palma im Oktober 2010

Wanderstudienreise auf La Palma im Oktober 2010

Vom 28.9.-5.10.2010 war ich mit Studiosus auf La Palma. Eine Studienreise mit Wanderungen.

Tag 1: Anreise

Santa Cruz - Plaza Espana (Rathaus)

Santa Cruz - Plaza Espana (Rathaus)

Am frühen Morgen geht es zum Flughafen nach Düsseldorf. Die Condor-Maschine nach La Palma hebt pünktlich ab und nach einem Zwischenstopp auf Teneriffa landen wir am frühen Nachmittag auf La Palma, wo wir - wie bei Studiosus üblich - am Flughafen schon erwartet werden. Mit dem Taxi geht es ins nahe gelegene Hotel “Taburiente Playa”, eines der wenigen größeren Hotels auf der Insel. Das Zimmer ist in Ordnung und wie sich an den nächsten Tagen zeigen wird, ist auch das Essen (Frühstücksbuffet und auch am Abend Buffet mit Live Cooking) wirklich gut. Es gibt sogar richtig gutes Brot und Brötchen.

Am Abend treffen wir dann unseren Reiseleiter und den Rest der Gruppe.

Tag 2: Santa Cruz und Wanderung auf der Cumbrecita

Cumbrecita - Blick in Caldera de Taburiente

Cumbrecita - Blick in Caldera de Taburiente

Am Vormittag geht es zunächst in die Inselhauptstadt Santa Cruz, die zweitgrößte Stadt der Insel. Santa Cruz ist ein eher ruhiges Hafenstädtchen. Vom Generalstreik, der an diesem Mittwoch in ganz Spanien stattfand, bemerken wir außer einer Demonstration in der Stadt ziemlich wenig.

Am Nachmittag fahren wir in die Mitte der Insel zu einer kleinen Wanderung auf der Cumbrecita. Bei herrlichem Wetter können wir einen ersten Blick auf die Caldera de Taburiente werfen.

Tag 3: Wanderung am Vulkan San Antonio

Fuencaliente - Vulkan San Antonio

Fuencaliente - Vulkan San Antonio

Wir fahren mit dem Bus in Richtung Süden zum Vulkan San Antonio. Im Infozentrum sehen wir uns zunächst einen Film über die vulkanischen Aktivitäten auf der Insel. Anschließend wandern wir in der prallen Sonne entlang der Flanken des Vulkans zum Leuchtturm Faro de Fuencaliente. Die Landschaft, durch die wir laufen, hat etwas von einer Mondlandschaft.

Der letzte Ausbruch des Vulkans ist “erst” ca. 350 Jahre her und so ist der schwarze Untergrund bisher nur sehr spärlich bewachsen. Aber das wird sich in den nächsten Jahrhunderten ändern …

Zum Mittagessen geht es dann in eines der letzten verbliebenen Strandlokale der Umgebung. Die anderen wurden in den vergangenen Jahren von den Behörden abgerissen. Bei leckerem frischen Fisch und Wein von La Palma erholen wir uns von der Wanderung.

Am Nachmittag geht es zunächst in den archäologischen Park von Belmaco, wo wir uns über die Ureinwohner La Palmas, die Guanchen oder Benahoaren, informieren.

Wir beschließen den Tag mit einem Besuch des über 70 Jahre alten Töpfers Ramon. Er stellt seine Töpferwaren auf die selbe Art und Weise her wie die Ureinwohner, also ohne Töpferscheibe. Auch die verwendeten Muster und Formen übernimmt er von Fundstücken aus der Zeit der Guanchen.

Tag 4: Wanderung auf den Pico Birigoyo

Heute geht es zur Wanderung auf den Pico Birigoyo. Leider haben Pech mit dem Wetter. Der Gipfel ist komplett im Nebel bzw. den Wolken. Es ist windig, kalt und nass. Somit ist es auch nichts mit Ausblicken zur Caldera de Taburiente und Cumbre Vieja.

Dafür lernen wir das Phänomen des “horizontalen Regens” aus eigener Erfahrung kennen: an den langen Nadeln der kanarischen Kiefern kondensiert der Nebel und so tropft es beständig unter den Bäumen obwohl es überhaupt nicht regnet.

Unser Picknick, das wir eigentlich auf einem Picknickplatz am Birigoyo einnehmen wollten, verlegen wir kurzerhand auf den Dorfplatz von Las Manchas. Der etwas skurril anmutende Platz wurde vom kanarischen Universalkünstler Luis Morera entworfen und besteht aus verschiedenen Mosaiken. Ein sehr hübscher Platz für das Picknick.

Am Nachmittag geht es dann noch auf Bauernmarkt von Mazo, den ich ziemlich enttäuschend fand.

Tag 5: Wanderung im Lorbeerwald von Los Tilos

Los Tilos - Wanderung im Lorbeerwald

Los Tilos - Wanderung im Lorbeerwald

Heute geht es in den Norden der Insel. Wir fahren in das Biosphärenreservat von Los Tilos. Im Besucherzentrum informieren wir uns über die Fauna und Flora von La Palma und wandern anschließend durch den dichten Lorbeerwald in Richtung Nordwesten nach Los Sauces. Der Lorbeerwald hat schon etwas von einem Urwald und die Luft ist auch ziemlich feucht.

Unser Mittagessen nehmen wir in der Nähe von San Andrés in einem Restaurant direkt am Meer ein. Anschließend flanieren wir noch etwas durch den an diesem Samstagmittag sehr ruhigen Ort San Andrés.

Nach dem Abendessen “stürzen” wir uns ins Nachtleben von Santa Cruz. Mit dem Linienbus fahren wir vom Hotel in die Stadt. Aber dort ist für einen Samstagabend doch wirklich äusserst wenig los. Nur vor einer Kirche findet ein Kirchweihfest mit Livemusik statt.

Tag 6: Los Llanos, Tazacorte und Whale Watching

Den heutigen Tag gehen wir etwas geruhsamer an (ist ja auch Sonntag). Wir fahren mit dem Bus in Richtung Westen und spazieren zunächst durch die größte Stadt der Insel: Los Llanos de Ariadne. Ein wirklich nettes Städtchen. War der Himmel auf der Ostseite der Insel noch bewölkt, so haben wir hier herrlichen Sonnenschein.

Tazacorte

Tazacorte

Zur Mittagspause fahren wir weiter in Richtung Küste und zum Aussichtspunkt El Time. Hier hat man einen tollen Ausblick auf die Westküste der Insel. Anschließend geht es noch in die Bananenmetropole Tazacorte. Das Städtchen liegt inmitten von Bananenplantagen. Wir spazieren in aller Ruhe durch die Gassen mit ihren bunten, typisch kanarischen Häusern.

Dann geht es in den Hafen und wir besteigen das Schiff, mit dem wir dann zunächst Richtung Norden entlang der Küste fahren. Zunächst zur Lavagrotte Cueva Bonita. Aber ausgerechnet als wir an der Grotte ankommen schieben sich die Wolken vor die Sonne und nichts ist es mit dem besonderen Farbenspiel in der Grotte. Weiter geht es zur “Schmugglerbucht” Poris de Candelaria.

Grindwal

Grindwal

Nach einer Badepause fährt das Schiff langsam wieder zurück Richtung Tazacorte während die Besatzung nach Delphinen und Walen Aussicht hält. Nach längerer Suche haben wir dann Glück und bekommen Delphine und vor allem mehrere Grindwale zu sehen. Ein absolut phantastisches Erlebnis. Sogar einen eher seltenen Zweizahlwal, der sich von unserem Boot überhaupt nicht stören lässt, bekommen wir zu sehen. Ich weiß gar nicht mehr wie lange wir den Walen folgten, die Zeit verging wie um Fluge. Aber schließlich fahren wir dann doch zurück und den Hafen. Die Besatzung des Bootes entschuldigte sich sogar noch dafür, dass der Ausflug länger dauerte als geplant.

Tag 7: Wanderung am Rand der Caldera de Taburiente zum Roque de los Muchachos

Heute folgt der zweite Höhepunkt der Reise. Wir wandern zum höchsten Punkt der Insel, den Roque de los Muchachos (2426m). Allerdings starten wir nicht auf Meereshöhe sondern am Rand der Caldera de Taburiente auf vielleicht 2000m. Das Wetter ist einfach nur Klasse und bei strahlendem Sonnenschein ist es selbst in dieser Höhe nicht wirklich kalt.

Blick auf La Gomera

Blick auf La Gomera

Während unserer Wanderung haben wir traumhafte Ausblicke in die Caldera und wir sehen sowohl den Teide auf Teneriffa (a. 85 km entfernt) als auch die Nachbarinsel La Gomera.

Nach der Ankunft am Gipfel machen wir es uns an einer geschützten Stelle bequem und genießen bei Wein und mitgebrachtem Essen den Ausblick in die Caldera und die Wolken unter uns. Kaum haben wir es uns bequem gemacht, taucht auch schon eine zahme Rabenkrähe auf, die sich später auch von mir aus der Hand füttern lässt.

Tag 8: Rückflug

Leider ist die Reise schon wieder vorbei. Gegen Mittag geht es zum Flughafen und von dort dann direkt nach Düsseldorf.

Es war wirklich eine tolle Reise und ich kann La Palma wirklich jedem zum Wandern empfehlen. Für einen Strandurlaub ist die Insel nicht so gut geeignet, aber dafür kommen Naturliebhaber absolut auf ihre Kosten.