Blackmore's Night am 13. Juli 2012 in Essen

In diesem Jahr traten Blackmore’s Night mal wieder im Saalbau in der Philharmonie in Essen auf, wo ich sie vor gut 4 Jahren bereits einmal gesehen habe. Der Saal war sehr gut gefüllt aber nicht ganz ausverkauft. Da es seit der Tour im vergangenen Jahr kein neues Album gegeben hat, war ungefähr klar, was uns musikalisch erwarten würde, aber bei Blackmore’s Night kann sich die Setlist durchaus jeden Abend ändern, je nachdem was Ritchie Blackmore so gerade einfällt.

Das Konzert begann jedenfalls schon mal ungewöhnlich: üblicherweise herrscht bei Blackmore’s Night absolutes Fotografie-Verbot, aber dieses Mal gab es die Ansage, dass Fotografieren bei den ersten beiden Titeln erlaubt sei, aber danach dann bitte darauf zu verzichten sei. Die Regelung war wirklich gut und soweit ich es beurteilen kann, hielten sich auch alle daran.

Die zweite Besonderheit war die fehlende Vorgruppe. Das war jetzt das erste Konzert, auf dem es keine gab und so betrat kurz nach 20 Uhr die Band wie üblich zu den Klängen von God Save the Keg die Bühne.

In der Band hat es auch ein paar Veränderungen gegeben: ein neuer Schlagzeuger (“Troubadour of Aberdeen”), eine neue Geigerin (“Scarlet Fiddler”) und eine neue zusätzliche Sängerin (“Lady de Winter”), die auch noch Waldhorn spielte.

Musikalisch ging es wieder quer durch die bisher veröffentlichten Alben und es wurde auch ein Stück von Candice Nights Soloalbum gespielt. Ritchie Blackmores Gitarrensoli waren wie immer ein Genuss. Natürlich gab es auch wie immer ein paar kleine musikalische Gags, wie die Lady Gaga Einlage des Keyboarders (Bard David of Larchmont) und von Home Again gab es die XL-Version (siehe Setlist).

Etwas Besonderes war der vorletzte Titel First of May, den sie neu ins Repertoire aufgenommen haben. Das Stück wurde von den Bee Gees bereits 1969 geschrieben und gesungen von Robin Gibb, der Ende Mai verstorben ist. Ein sehr schönes und ruhiges Stück, das sehr gut zu Blackmore’s Night und Candice Nights Stimme passt.

Die Stimmung im Saal war während des Konzerts wie üblich bestens, allerdings herrschte am Ende ein gewisse Enttäuschung, da es keine Zugaben gab. Die Band verabschiedete sich nach Village Lantern und nach gut 130 min. von der Bühne, das Licht ging an und der “Rausschmeisser-Song” ertönte. Trotz heftigen Klatschens zu “Zugabe”-Rufen tat sich nichts mehr. Das war schon etwas enttäuschend und ist man eigentlich von Blackmore’s Night nicht gewohnt (war aber wohl bei den Konzerten davor auch schon so).

Ich war etwas enttäuscht von der Soundqualität in der Philharmonie. Den Tontechnikern war es nicht 100%ig gelungen die Soundanlage an die Akustik der Philharmonie anzupassen. Beim Gesang war bei S-Lauten immer wieder ein Zischen zu hören und die akustischen Saiteninstrumente waren zu leise und schlecht zu hören. Aber alles in allem noch im grünen Bereich.

Hier noch die Setlist des Konzerts.

  1. Locked Within the Crystal Ball
  2. Queen for a Day, Part I
  3. Queen for a Day, Part II
  4. Under a Violet Moon
  5. Soldier of Fortune (Deep Purple cover)
  6. Durch den Wald zum Bach Haus
  7. Band Solos
  8. World of Stone
  9. All the Fun of the Fayre
  10. Renaissance Faire
  11. Darkness
  12. Dance of the Darkness
  13. Highland
  14. Journeyman
  15. Peasant’s Promise
  16. Toast to Tomorrow (mit etwas “Bad Romance” von Lady Gaga)
  17. The Circle
  18. All for One
  19. Home Again und darin eingestreut:
    Hava Nagila
    The Happy Wanderer (deutsch: Mein Vater war ein Wandersmann)
    Drink Drink (deutsch: Trink, trink, Brüderlein trink)
  20. Black Roses
  21. First of May (Bee Gees cover)
  22. Village Lanterne

Der Rausschmeißer-Song, der am Ende jedes Blackmore’s Night-Konzert gespielt wird ist übrigens Snoopy Versus The Red Baron gefolgt von Return of the Red Baron. Beide stammen im Original von der amerikanischen Band The Royal Guardsman und wurden Mitte der 1960er Jahre veröffentlicht. Auf Youtube kann sie sich auch ansehen und anhören (für uns in Deutschland allerdings mal wieder gesperrt, aber es gibt da ja kleine Helferlein …).

Im Vorfeld des Konzerts hat “Der Westen” ein kurzes Interview mit Ritchie Blackmore geführt, das man auf der Homepage lesen kann..