Schiller "Klangwelten" am 16. Januar 2011 in Bochum

Am 16. Januar machte Christopher van Deylen (alias “Schiller”) mit seiner Klangwelten-Tournee Station in der Bochumer Jahrhunderthalle. Die Halle ist ein Fabrikbau, der 2003 mit einer modernen Vorhalle versehen und seit dem als Konzerthalle genutzt wird. In der Halle finden auch klassische Konzerte statt, hat also eine wirklich gute Akustik.

Die Klangwelten-Tournee hat den passenden Untertitel “Elektronik pur” und man kann sich das Konzert als eine Art “elektronisches unplugged”-Konzert vorstellen (sofern man bei elektronischer Musik überhaupt von “unplugged” reden kann). Gespielt werden ausschließlich Instrumentaltitel und die Band besteht auch nur aus vier Personen:

  • Christopher van Deylen (Schiller): Keyboards, Sequencer
  • Christian Kretschmar: Keyboards, Sequencer
  • Cliff Hewitt: elektronisches Schlagzeug
  • Ralf Gustke: elektronische Percussion

In der vollständig bestuhlten Halle, mit über 1.500 Besuchern komplett ausverkauft, war wie bei Schiller-Konzerten üblich, eine Surround-Anlage installiert. Allerdings war der Sound schlechter als beim letzten Konzert im Bielefelder Ringlokschuppen (vielleicht lag es aber auch an meiner Sitzposition). Irgendwie etwas “matschig” und die Percussion war stellenweise kaum hörbar. Vielleicht lag es auch an der gemäßigten Lautstärke. Nach der Pause besserte sich der Sound aber spürbar und es war dann auch lauter und druckvoller.

Die Beleuchtung war für ein Schiller-Konzert eher sparsam. Keine große Lightshow und nur ein paar Scheinwerfer. Aber das fand ich absolut passend, denn es sollte ja auch die Musik im Mittelpunkt stehen. Das Konzert begann pünktlich um 20 Uhr und wurde nach einer Stunde von einer 30 min. Pause unterbrochen. Im ersten Teil des Konzertes war die Reaktion des Publikums noch eher zurückhaltend. Man hatte fast schon das Gefühl, in einem klassischen Konzert zu sitzen: während der einzelnen Titel absolute Stille und nach jedem Stück Beifall. Aber auch das änderte sich nach der Pause. Da ging das Publikum doch deutlich mehr aus sich heraus. Vielleicht lag es aber einfach nur an der Auswahl der Titel.

Christopher war mit seinen Ansagen wie üblich sehr zurückhaltend. Abgesehen von der Vorstellung der Band war von ihm nichts zu hören. Ich persönlich empfinde das als sehr angenehm. Es soll ja auch schließlich die Musik im Mittelpunkt stehen.

Insgesamt dauerte das Konzert abzüglich der Pause ca. 130 min. (natürlich viiiiel zu kurz) und es war wie - wie jedes Schiller-Konzert bisher - ein tolles Erlebnis. Hier noch die Setlist (eigentlich vom Konzert in Halle, aber m.E. war sie in Bochum identisch):

  1. Einlassmusik VII
  2. Tiefblau
  3. Salton Sea
  4. Lichtwerk
  5. Schiller
  6. Polarstern
  7. Fernweh
  8. Leidenschaft
  9. Sommerregen
  10. La Mer
  11. Ein schöner Tag
  12. Einlassmusik VII+
  13. Sehnsucht
  14. I Miss You
  15. Atemlos
  16. Einklang
  17. Denn wer liebt
  18. Glockenspiel
  19. Playing with Madness
  20. Nachtflug
  21. Irrlicht
  22. Heimathafen

Eine wirklich passend geschriebene Konzertkritik gibt es auf der Website von Der Westen.