Oysterband am 5. Juni 2011 in Essen

Nach längerer Zeit gab es mal wieder ein Konzert der Oysterband in der Zeche Carl in Essen. Da mussten wir natürlich hin. Auf der Anreise hatten wir erst mal richtig Pech. Als wir den Stau auf der A44 umfahren wollten, kamen wir prompt in einen längeren Stau auf der A2. So kamen wir erst nach 20 Uhr an der Zeche an, erwischten aber immerhin noch den letzten freien Parkplatz.

Dann schnell ins Gebäude gelaufen, aber von Musik noch nichts zu hören. Zu unserem Glück hatten sie den Konzertbeginn auf 20:30 Uhr verschoben. Und die Oysterband betrat dann auch pünktlich die Bühne (Vorgruppe gab es dieses Mal nicht).

Die Zeche war zwar nicht ganz ausverkauft aber mit schätzungsweise mit ca. 250 Zuschauern gut gefüllt. Am Abend vorher hatte die Oysterband noch als Headliner bei einem Festival in Poyenberg vor 8000 Zuschauern gespielt. Die Fangemeinde der Oysterband ist in Deutschland zwar eher klein aber dafür sehr treu und ihre Fans nehmen auch durchaus längere Anreisen zu den Konzerten in Kauf wie man auch an den Nummernschildern auf dem Parkplatz sehen konnte.

Der Beginn des Konzerts war eher ungewohnt. Keine schnellen Titel um die Stimmung erst mal anzuheizen sondern ein ruhiger, im wesentlichen akustischer Beginn. Alan Prosser spielte die ersten Stücke nur mit akustischer Gitarre und nur Chopper tauschte das Cello mal gegen eine elektronischen Bass ein. Trotz des ruhigeren Beginns, war die Stimmung vom ersten Ton an bestens.

Es fiel auf, dass im Prinzip alle Titel neu arrangiert waren. In der Regel ruhig, folkiger als man sie bisher kannte. Der Sound in der Zecke war absolut super. Nicht zu laut und so ausgesteuert, das der Gesang im Vordergrund stand. So kam John Jones hervorragende Stimme und sein charismatischer, manchmal predigerhafte Gesang noch besser zur Geltung. Auch konnte man die Texte, die teilweise durchaus sozialkritisch sind (z.B. Bells of Rhymney), sehr gut verstehen. Sehr schön auch der mehrstimmige Satzgesang mit Chopper und Alan Prosser.

Erst bei “Native Son” holte Alan die E-Gitarre hervor und das Tempo zog etwas an. Generell aber blieb es eher akustisch. Keyboards gibt es bei der Oysterband ja nur gaaanz selten (ab und zu legte Ian Telfer mal die Geige zur Seite und spielte auf einem kleinen Keyboard).

Höhepunkte des Konzerts war neben Bells of Rhymney und meinem Lieblingslied Dancing as fast as I can die letzte Zugabe: Put out the Lights. Die Verstärker wurden abgeschaltet, die Micros weggeräumt und man hörte die Band einmal ganz in Natura. Begleitet von Geige, Cello, Gitarre und einer Trommel gespielt mit Besen war nur der Gesang von John Jones zu hören. Klang mal ganz anders als durch die Verstärker, aber so war noch besser zu hören wie gut er wirklich singen kann. Das Publikum war mucksmäuschenstill und sang nur dezent beim Refrain mit.

Es war wieder ein richtig schöner Abend, der nach 1:45 Stunden leider schon zu Ende ging.