Milow am 28. Oktober in Bielefeld

Milow am 28. Oktober in Bielefeld

Am vergangenen Freitag spielte Milow (aus Belgien) mit seiner Band in der Stadthalle in Bielefeld und es war wirklich ein hervorragendes Konzert. Für Milow war es der zweite Auftritt in Bielefeld. Wie er während des Konzerts erzählte, war sein erstes Konzert in Deutschland im Ringlokschuppen (das Wort gefiel ihm richtig gut).

Das Konzert war nicht ganz ausverkauft. Die Sitzplätze waren zwar wohl komplett gefüllt, aber der Stehplatzbereich nur etwa zu 2/3. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.

Bevor Milow selber die Bühne betrat, gab es mit Marlon Roudette eine hochkarätige Vorgruppe, die zuletzt in Deutschland sogar erfolgreicher war als Milow selber. Bis vergangene Woche war sein Stück New Age die Nummer 1 in den deutschen Verkaufscharts. Dieses Stück war auch der absolute Höhepunkt seines Sets, da um exakt 20 Uhr begann, und die Stimmung in der Halle kochte das erste Mal.

Schon bei Marlon Roudette fiel das hervorragende Soundsystem auf und auch der Tontechniker machte an dem Abend vom ersten bis zum letzten Ton einen hervorragenden Job und es war ein nahezu perfektes Gleichgewicht zwischen Gesang und Instrumenten. Man konnte wirklich jedes Wort verstehen und das war auch gut so. Denn Marlon und dann erst Recht Milow sind einfach hervorragende Sänger.

Nach der obligatorischen Umbaupause betrat dann endlich im genau 21 Uhr Milow die Bühne. Das Konzert begann mit “The Kingdom” von seinem aktuellen Album “North and South” und das war durchaus rockiger als in der Studioversion. Danach folgten hauptsächlich Stücke vom aktuellen Albung, aber natürlich auch einige der älteren Stücke. Zwischendrin erzähle Milow, der sichtlich gut aufgelegt war, auch immer wieder etwas über die einzelnen Titel und wie sie entstanden sind.

Ein Höhepunkt war natürlich ein überlanges “Ayo Technology”, wo richtig die Post abging und Milow sich zwischendurch auch mitten ins Publikum begab.

Direkt danach wurde es erst einmal ruhiger. Die Band verließ die Bühne und nur Milow blieb mit seiner Akustikgitarre zurück. Zunächst spielt er “Born in the 80s” und dann mit “I’m not scared” ein Stück, das sich bisher noch auf keiner CD befand. Später gab es noch ein weiteres ganz neues Stück. Neben “Ayo Technology” gab es mit “No Surrender” von Bruce Springsteen, noch eine weitere Coverversion. Wirklich gelungen. Der letzte reguläre Titel war dann (natürlich) “You and Me”. Natürlich auch in einer extra langen Variante.

Milow

Vor den Zugaben wurde die Bühne etwas umgebaut. Die meisten Mikros wurden entfernt und nur ein spezielles Mikrophon aufgestellt, um das sich dann Milow und die Band versammelten. Die Verstärker wurden ebenfalls runtergeregelt, so dass man den Gesang fast unverstärkt hören konnte. Als erste Zugaben gab es “Stephanie”, bei dem Milow nur von seiner Backgroundsängerin Nina und dem zweiten Gitarristen begleitet wurde. Bei dem Titel geht es um eine Freundin seiner Schwester, die vor einigen Jahren ermordet wurde.

Danach kamen der Schlagzeuger und der Bassist dazu und nach insgesamt 4 Zugaben endete ein wirklich tolles Konzert nach exakt 2 Stunden mit der aktuellen Single “She Might”.

Obwohl Milow in diesem Jahr schon zig Konzerte gegeben hat und dabei laut seiner Homepage bereits über 110.000 km zurückgelegt hat, hatte die Band wirklich viel Spass am Spielen und das übertrug sich natürlich auch auf das Publikum. Überhaupt ist Milow die Kommunikation mit seinen Fans wichtig: auf seiner Facebook-Seite gibt es jeden Tag neue Fotos von der Tour und den Auftritten und man kann ihm auch via Twitter folgen.

Die Band besteht aus folgenden Mitgliedern:

  • Milow (Jonathan Vandenbroeck) – Akustikgitarre und Gesang
  • Nina Babet – Keyboards, Percussion und Gesang
  • Jasper Hautekiet – Bass
  • Frederik Van Den Berghe – Schlagzeug
  • Tom Vanstiphout – Gitarre und Gesang

Zwei Konzertkritiken inkl. Fotos gibt es auf der Website des “Westfalenblatt” und der “Neue Westfälische Zeitung”.