Jean-Michel Jarre am 4. November 2011 in Dortmund

Jean-Michel Jarre am 4. November 2011 in Dortmund

Eine Woche nach dem eher akustischen Milow-Konzert war Kontrastprogramm angesagt: rein elektronische Musik mit Jean-Michel Jarre. Man kann Jean-Michel Jarre, der bereits Mitte der 1970er Jahre seine ersten Alben veröffentlichte, durchaus als einen der Mitbegründer der elektronischen Musik bezeichnen.

Darüber hinaus freute ich mich, dass nach längerer Zeit mal wieder ein Konzert in der “altehrwürdigen” Westfalenhalle stattfand. Aber als ich die Halle betrat, war ich doch etwas enttäuscht. Sie war maximal zur Hälfte gefüllt. Die Sitzplätze im Innenraum waren zwar voll, aber auf den Rängen teilweise gähnende Leere. Das hatte dieses Konzert wirklich nicht verdient.

Jean-Michel Jarre

Gegen 20 Uhr betraten erst die 3 Mitmusiker die Bühne und zuletzt kam Jean-Michel Jarre, der durch den Innenraum der Halle ging und sich schon einmal feiern ließ. Das Konzert begann mit Oxygene 2, einem echten Klassiker und darauf folgte dann direkt Equinoxe 7. Dabei wurde die große Leinwand zum ersten Mal genutzt. Während des Titels sah man dort eine Kamerafahrt über einen animierten Synthesizer. Im späteren Verlauf des Konzerts wurden dann auch Live Videobilder (Jean-Michel in Großaufnahme) und andere Animationen eingeblendet. Natürlich wurden die einzelnen Titel auch sehr schön durch Licht- und Lasereffekte unterstützt.

Jarre versuchte von Anfang an das Publikum zum Mitklatschen und später auch zum Aufstehen zu bewegen. Er hüpfte permanent auf und ab und zwischen seinen Keyboards hin und her. Die 63 Jahre merkte man ihm jedenfalls nicht an. Bei Rendez-Vous 3 spielte er dann zum ersten Mal auch die große Laserharfe, die er später bei Rendez-Vous 2 noch einmal spielte. Danach folgte Oxygene 5, bei dem er auf einem umgehängten Moog Liberation spielte, der schon einige Jahre auf dem Buckel haben dürfte.

Jean-Michel Jarre

Danach ging es zeitlich noch weiter zurück, als ein Theremin auf die Bühne gebracht wurde. Dieses Gerät wurde bereits in 1919 erfunden und berührungslos, allein durch Veränderung des Magnetfeldes gespielt. Schon faszinierend und bestimmt nicht leicht zu spielen. Dann ging mit Equinoxe 4 wieder “die Post ab” und angefeuert von JMJ stand die Halle und klatschte mit.

Bevor das letzte Drittel des Konzerts begann, erzählte JMJ, das von jedem Ticket ein Cent an die Unesco-Aktion “Bildung für alle” geht. Während dann Statistics Adagio gespielt wurde, wurden auf der Leinwand permanent aktualisierte Zahlen über den Ölverbrauch, die Zahl der Menschen auf der Erde, Geld für Drogen … etc. eingeblendet.

Nach 3 Zugaben endete das Konzert schließlich nach gut 2 Stunden. Ein wirklich tolles Konzert, bei dem es nichts auszusetzen gab. Der Sound in der Halle war hervorragend. JMJ und seinen Mitmusikern merkte man die Freude am Spielen auch richtig an. Mir gefiel insbesondere auch die Schlagzeuguntermalung der verschiedenen Titel, die es im Original so nicht gab

Hier noch ein Link zu einer Konzertkritik auf Der Westen. Besser kann man das Konzert nicht beschreiben.

Musiker

  • Jerôme Gueguen - Keyboards
  • Claude Samard - Keyboards und Schlagzeug
  • Francis Rimbert - Keyboards

Set List

  1. Intro
  2. Oxygene 2
  3. Equinoxe 7
  4. Equinoxe 5
  5. Rendez-Vous 3
  6. Magnetic Fields 2
  7. Souvenir Of China
  8. Oxygene 5
  9. Variation 3
  10. Theremin
  11. Equinoxe 4
  12. Statistics Adagio
  13. Chronologie 1
  14. Industrial Revolution 3
  15. Rendez-Vous 2
  16. Rendez-Vous 4
  17. Chronologie 2
  18. Oxygene 4
  19. Oxygene 12

Zugaben:

  1. Teo & Tea
  2. Vintage
  3. Calypso 3